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© UWW Ilka Weber

Böse Buben hatten vor 2 ½ Jahren zur Nachtzeit ein Tretboot entwendet, das zur Reparatur auf dem Trockenen lag. Dass das Boot wegen einer undichten Stelle im Rumpf aus dem Verkehr gezogen war, ahnten die Burschen nicht, als sie zu einer illegalen Rundfahrt auf dem Hechtsee bei Kufstein starteten. Kleine Sünden werden manchmal schnell bestraft, so auch in diesem Fall, das Tretboot versank 50 Meter vom Ufer entfernt, ließ durchnässte Aushilfspiraten zurück und galt seither als vermisst.

Diesmal mussten die Mitglieder der Wasserrettung Kufstein einige Geduld aufbringen, bis sich die Eisdecke vom Hechtsee zurückgezogen hatte und wieder Übungstauchgänge durchgeführt werden konnten. Obwohl die Sicht kurz nach dem Abschmelzen des Eises noch nicht so gut ist, wie im späteren Frühjahr, hatte Jürgen Kapella in 15 Metern Tiefe überraschend das mit dem Rumpf nach oben liegende Boot vor Augen, ein Moment, als hätte er die sprichwörtliche Nadel im Heuhafen gefunden. Zum zielsicheren Antauchen des Schiffchens, das immer noch einen Wert von gut 3000 Euro für den Bootsverleiher hat, spannte man nun eine Leine zwischen dem Boot und einem zum Ufer parallel verlaufenden Steg. Die Bergung wurde nun zur Sache der Wasserrettung Kufstein und dem Magazin UnterWasserWelt, das über und unter Wasser die Aktion dokumentierte.
Michael Stock von der Wasserrettung nahm die Planung und Durchführung in die Hand, ihm zur Seite Robert Luckner, beide hatten die schwierige Aufgabe die beiden Hebesäcke anzubringen, mit deren Hilfe das Boot zur Oberfläche gebracht werden sollte.
Zuvor musste aber Georg Decristoforo eine Boje am Boot befestigen, damit die Fotografinnen, die die Situation vor der Bergung festhalten sollten sowie die Bergungstaucher und deren Assistenten auf kurzem Weg mit einem „Ariadnefaden“ in die Tiefe geleitet werden konnten. Zudem war für Hilfskräfte an der Oberfläche dann die genaue Position klar, sodass keine Gefahr bestand, mit den aus der Tiefe hochschnellenden Hebesäcken zu kollidieren.
Schwerstarbeit hatten zunächst die beiden Fotografinnen Gudrun Herrmann und Ilka Weber, denn die Sicht hatte sich aufgrund intensiver Regenfälle am Tag zuvor dramatisch verschlechtert, so dass vom Boot kaum etwas zu sehen war und auch eingewiesene Begleiter mit ihren Lampen nichts ausrichten konnten.
Nach dem Fototermin kam der Einsatz für Mike Stock und Robert Luckner, die aus dem begleitenden Ruderboot die professionellen Hebesäcke, bestückt mit 10 l Pressluftflaschen, in Empfang nahmen. Da für Sie das Abtauchen am dünnen Bojenseil, mit dem zu einem großen Paket zusammengefalteten Hebesack im Schlepp, keine leichte Aufgabe war, verfehlte Robert zunächst das Ziel im unsichtigen See und für die an der Oberfläche wartenden Beobachter entstand für eine Weile der Eindruck, als hätte das Tretboot mittlerweile die Dimension eines mittleren Schlachtschiffs angenommen, so weit waren die Blasenmarken der Taucher von einander entfernt. 
Nach einer kurzen Oberflächenorientierung dann für Robert der zweite und zielgenaue Anlauf, den Hebesack anzubringen. Da jede Annäherung an den Seegrund und das von Sediment überzogene Boot Schlammwolken aufwirbelte, die die Sicht dauerhaft auf 0 reduzierten, war das Arbeiten nur noch auf den Tastsinn beschränkt. Praktisch im Blindflug mussten die Riemen der Hebesäcke mit Schäkeln befestigt werden. Dicke Trockentauchhandschuhe machten das Handling der Bolzen nicht einfacher.
Nachdem Mike und Robert sicher waren, dass die Verbindungen zu den Hebesäcken hergestellt waren, tauchten sie auf und informierten die Sicherungstaucher, die nun, wie auch das Begleitboot, auf Sicherheitsabstand gingen, um von der in kürze rasch auftauchenden Hebetechnik nicht getroffen zu werden.
Erst nachdem die Sicherheit für alle garantiert war, konnten die Hebesäcke aufgeblasen werden, ein Vorgang, der zeitgleich verlaufen sollte, damit die Last gleichmäßig angehoben werden kann und die Bergungstaucher selbst nicht gefährdet wurden. Bei fehlender Sicht ein fast aussichtsloses Unterfangen, doch es gelang. Beide Luftkissen kamen zeitgleich an die Oberfläche. Zwischen ihnen hing, noch unter Wasser, das Ziel der Aktion.
Der Versuch mit Hilfe des Ruderboots das Schiffchen in Ufernähe zu ziehen, wurde bald aufgegeben, wirkungsvoller war der Einsatz eines langen Seils. Mit kräftigem Zug war das Boot Minuten später im seichten Wasser vor dem Bootverleih, dort, wo es 2 ½ Jahre zuvor zu seiner verhängnisvollen Tour entführt worden war. Zuvor war den Fotografinnen aber noch Gelegenheit gegeben worden, die Situation nahe der Oberfläche zu dokumentieren.
Nach einer ausführlichen Reinigung, der Reparatur des Lecks, nun eben etwas später, als schon einmal in Angriff genommen und der Instandsetzung des Rudergestänges kann der Bootsverleih am Hechtsee seine Kunden wieder mit der gesamten Flotte ablegen lassen.
Für die Wasserrettung Kufstein war dies eine realitätsnahe Übung, die in der Nachbesprechung allgemein gute Kritiken einfuhr und für die Beteiligten ein Stück mehr an Erfahrung brachte. 
 

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